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Im Frühjahr 1905 trafen sich vierzehn begeisterte
Radfahrer im Gasthaus „Zur Krone“ in Ronshausen und gründeten den
ersten, von später drei Radfahrer Vereinen des Dorfes, von denen
zwei die Wirren der Zeit leider nicht überstanden. Man gab dem neuen
Verein den Namen „Radfahrer Verein Germania 1905 Ronshausen“. Als
Namenspatronin dürfte wohl die heroische Figur der Germania, die
seit 1883 auf dem Niederwalddenkmal über Rüdesheim thront, Pate
gestanden haben. Diesen Namen hat der Verein bis zum heutigen Tage
beibehalten und auch das Gasthaus „Zur Krone“ ist heute, nach 100
Jahren immer noch das Vereinslokal des Radfahrer Vereins.
Zum 1.Vorsitzenden wurde in der
Gründungsversammlung Andreas Mausehund gewählt. Als weitere
Gründungsmitglieder sind noch Heinrich Schumann, Peter Möller und
Peter Zilch namentlich bekannt. Noch im Gründungsjahr traten viele
neue Mitglieder in den Verein ein, der sich schnell zu einem Hort
der Pflege des Radsportes und der geselligen Sportkameradschaft
entwickelte. Schon bald wurden gemeinsame Wanderfahrten unternommen,
sowie Vereinsmeisterschaften im Straßenrennen durchgeführt. Als
erster Höhepunkt des Vereins wurde Pfingsten 1911 ein großes
Rad-fahrerfest veranstaltet, das mit einer Bannerweihe verbunden
war. Dieses Banner hat, besonders durch die dankenswerte Umsicht der
beiden Gründungsmitglieder Heinrich Schumann und Peter Möller, die
Wirren zweier Weltkriege überstanden und begleitet, nach einer
gründlichen Restaurierung, auch noch heute unseren Verein in Freud
und Leid. Die meisten anderen Vereinsunterlagen sind durch die
Kriegsereignisse leider verloren gegangen.
Der erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 war eine
harte Zäsur für den noch jungen Radfahrer Verein. Er unterbrach
abrupt die Aufwärtsentwicklung und brachte das Vereinsleben
vollständig zum Erliegen. Viele Sportkameraden wurden zum
Militärdienst eingezogen und einige von ihnen kehrten aus dem Kriege
leider nicht mehr zurück. Doch schon kurze Zeit nach Kriegsende
fanden sich einige treue Mitglieder zusammen, um den Radfahrer
Verein wieder neu zu beleben. Ansehen und Ruf wuchsen von Jahr zu
Jahr, so dass zahlreiche Jugendliche dem Radfahrer Verein beitraten.
Aus diesen jungen Mitgliedern entwickelte sich durch eifriges
Training eine Gruppe guter Rennfahrer, die an vielen Radrennen
teilnahmen und zahlreiche Siege bei Stoß- und Langstreckenrennen
erzielten, und damit den RV Germania 05 über die Gemeindegrenzen
hinaus bekannt machten. Durch die sportlichen Erfolge der aktiven
Rennfahrer beflügelt, war der Verein inzwischen auf 55 Mitglieder
angewachsen. Inflation und steigende Arbeitslosigkeit brachte ihn
aber in große finanzielle Schwierigkeiten, und nur dem eisernen
Willen und dem festen Zusammenhalt der Vereinskameraden ist das
Überleben des Radfahrers Vereins Germania 1905 Ronshausen in dieser
schwierigen Zeit zu verdanken gewesen.
Die weitere Entwicklung des Sportbetriebes wurde
durch den zweiten Weltkrieg erneut unterbrochen. Während des Krieges
von 1939-1945, der sehr viele Opfer, auch unter den Vereinskameraden
forderte, ruhte wiederum das gesamte Vereinsleben. Auch nach
Kriegsende war zunächst jegliche Vereinstätigkeit durch die
Verwaltung der Besatzungsmächte untersagt. Neu- oder
Wiedergründungen von Vereinen mussten erst durch die
Militärregierung genehmigt werden. Im Jahre 1949 war es dann
wieder soweit, Peter Möller - er war wahrscheinlich der letzte
Vereinsvorsitzende vor dem Kriege – lud alle verbliebenen
Vereinsmitglieder zu einer Versammlung ein, bei der dann der
Radfahrer Verein Germania wieder neu ins Leben gerufen wurde. Peter
Möller wurde wahrscheinlich – es ist leider nicht sicher belegt –
wieder zum 1.Vorsitzenden gewählt. Das Vereinsleben kam schnell
wieder in Gang und auch der Sportbetrieb wurde wieder aufgenommen.
Die ersten Straßenrennen wurden durchgeführt und auch erste Versuche
im Saalradsport wurden gemacht. Da es zu dieser Zeit noch keine
Sporthallen in den ländlichen Regionen gab, fand das Training und
auch die Wettkämpfe für Kunst- u. Reigenfahren im Saale unseres
Vereinswirtes statt, der ihn unserem Verein dankenswerter Weise
kostenlos zur Verfügung stellte. Durch die sportlichen Aktivitäten
wurden neue Mitglieder hinzugewonnen und der RV Germania konnte
schon bald wieder die Zahl von 41 Mitgliedern verzeichnen.
Anfang der 50er Jahre übernahm Ludwig Lambrecht den
Vorsitz des Vereines, den er, mit zwei kurzen Unterbrechungen, bis
1965 innehatte. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörte der RV Germania 05
noch keinem Sportverband an, da sich aber zu Beginn der 50er Jahre
die Nachbarvereine zunehmend in Verbänden organisierten, stellte
sich auch für den RV Germania die Frage nach einem Anschluss. Schon
im Sommer 1950 nahm der Verein als Gast am Bundesfest des
Radfahrerbundes „Landeck-Werratal“ in Ausbach teil. Dieser
Radfahrerbund war eine regionale Vereinigung, dem damals 12
Radsport-Vereine aus dem Gebiet des heutigen Kreises
Hersfeld-Rotenburg angehörten. Am 1.Juni 1951 trat der RV Germania
1905 Ronshausen, nach Mehrheitsbeschluss seiner Mitglieder, dem
Radfahrerbund „Landeck-Werratal“ offiziell bei. Neben geselligen
Wanderfahrten wurden in diesem Bund besonders der Rennsport und das
Kunst- und Reigenfahren betrieben. Gerade der Saalradsport fand das
Interesse der Ronshäuser Jugend und brachte dem Verein viele neue
Mitglieder. Während zunächst sowohl im Rennsport, wie auch im
Saalradsport mit normalen, oder selbst umgebauten Fahrrädern
trainiert und gefahren wurde, kaufte der Verein bereits 1951/52 vier
gebrauchte Saalradmaschinen und zwei gebrauchte Rennräder, die durch
Spenden der Mitglieder finanziert und in Eigenleistung bei
„Kaufmanns Karl“ (Fa. C.H. Funk) in Stand gesetzt wurden. Bereits
im Jahre 1952 richtete der RV Germania 05 Ronshausen das Bundesfest
des Radfahrerbundes „Landeck-Werratal“ aus. Bei diesem Fest fand
neben dem Festzug mit Radkorso, auch ein Straßenrennen „Rund um das
Richelsdorfer Gebirge“, sowie die Bundes-Meisterschaften im
Saalradsport statt, wobei sich unsere Sportler erstmals beim Kunst-
und Reigenfahren wettkampfmäßig beteiligten. Diese Veranstaltung war
eine gelungene Werbung für den Verein und den Radsport, und bewirkte
einen ungeahnten Aufschwung.
Schon ein Jahr später, beim Bundesfest 1953 in
Hilmes, war der RV Germania 05 der dominierende Verein des Bundes.
Im Saalradsport holte der RV Germania 05 alle Meistertitel nach
Ronshausen. Im Einer-Kunstfahren waren Anna Schuchardt und Hans
Mundszinger erfolgreich, im Zweier das Duo Schuchardt/ Mundszinger.
Im 4er Reigenfahren konnten sogar die ersten drei Plätze von
Sportlern des RV Germania belegt werden. Auch im Rennsport stellten
sich die ersten Erfolge ein, und die Titel gingen durch Fritz Möller
in der Schüler- und Ernst Knoth der Jugendklasse ebenfalls nach
Ronshausen. Da der Radfahrerbund „Landeck-Werratal“ von den
amtlichen Sportbehörden nicht offiziell als Verband anerkannt wurde,
beschlossen die Vereine 1954 den Bund aufzulösen und als
Kreisverband „Landeck-Werratal“ dem Hessischen Radfahrerverband
(HRV) im Bund Deutscher Radfahrer (BDR) beizutreten. Zum
Kreis-vorsitzenden wurde Friedrich Schneider vom RV Germania
Ronshausen gewählt. Organisatorisch wurde der neue Kreisverband dem
Radsportbezirk Fulda angegliedert, der sich nun Bezirk
„Fulda-Landeck-Werratal“ nannte. Durch diesen Schritt wurde das
sportliche Betätigungsfeld des RV Germania auf ganz Hessen erweitert
und stellte somit den Verein vor neue Herausforderungen. Bereits im
August 1954 veranstaltete der RV Germania 05 Ronshausen im Saale des
Vereinslokales „Zur Krone“ eine Werbeveranstaltung unter dem Titel
„Fest der Meister im Kunst- und Reigenfahren“, an dem Spitzenfahrer
aus ganz Hessen teilnahmen. So waren unter anderen die
Hessenmeisterin und deutsche Vizemeisterin im 1er Kunstfahren der
Frauen, Hannelore Nau aus Fulda , der Hessenmeister und deutsche
Vizemeister im 1er Kunstfahren der Männer, Holdi Thum aus Kassel und
die deutschen Meister im 2er Kunstfahren der Frauen, Inge Burandt
und Helga Jentsch aus Frankfurt-Zeilsheim in Ronshausen am Start.
Aber auch die Kunstradfahrer des RV Germania
beteiligten sich an dem Programm und zeigten zum krönenden Abschluss
unter anderem eine rollende Pyramide mit sieben Sportlern auf einem
Fahrrad. Diese Veranstaltung war ein großer Erfolg und löste einen
neuen Boom aus. Sie zeigte aber auch, dass dem Radsport durch die
wenigen und teilweise veralteten Räder und die fehlende Sporthalle
enge Grenzen gesetzt waren. Nachdem der Verein bereits ein neues
Rennrad und eine Kunstradmaschine angeschafft hatte, wurde 1955
beschlossen noch vier neue Reigenräder zu kaufen. Die nötigen Mittel
wurden durch Spenden der Mitglieder, einem Zuschuss der Gemeinde
Ronshausen, sowie durch eine Beihilfe aus Totomitteln aufgebracht
und die neuen Räder konnten im Frühjahr 1956, anlässlich einer
großen Werbeveranstaltung im Vereinslokal „Zur Krone“ den Sportlern
übergeben werden. Bereits an den Hessenmeisterschaften im gleichen
Jahr nahm der Verein erfolgreich teil. Ein weiterer Höhepunkt in
der Vereinsgeschichte war das 50jährige Bestehen des Vereines, das
Pfingsten 1955 mit einem zweitägigen Zeltfest auf „Krons Wiese“, mit
Festzug und Radkorso gefeiert wurde. Im Rahmen dieses Jubiläums
richtete der RV Germania auch erstmals die Bezirksmeisterschaften im
Hallenradsport und im Straßenrennen aus. Aber auch Geselligkeit
und Kultur wurden beim RV Germania weiterhin gepflegt. So entstand
1956 eine Laienspielgruppe, die sich neben dem Radsport auch dem
Theaterspiel widmete. Weihnachten 56 war Prämiere. Im Vereinslokal
„Zur Krone“ wurde unter der Regie von Fritz Schneider und Adam
Killmer der „Der Moosgrundbauer“, ein Volksschauspiel in vier Akten
mit Wilhelm Waßmann in der Titelrolle aufgeführt. Es war ein großer
Erfolg, dem in den nächsten zehn Jahren noch einige, wie „Das Wunder
im Tannengrund“, „Wo das Herz der Heimat schlägt“, mit Gerhard
Ziegenbein in der Hauptrolle, oder „Der geplatzte Strohwitwer“
folgten.
Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre geriet der
gesamte Radsport, in Folge der einsetzenden Motorisierungswelle, in
eine schwere Krise. Diesem Trend sind leider viele Radfahrervereine
zum Opfer gefallen. Der RV Germania 05 Ronshausen überstand diese
schwierige Zeit dank seiner vorbildlichen Jugendarbeit und dem guten
Zusammenhalt, besonders der Theatergruppe und nicht zuletzt dem
unermüdlichen Einsatz des damaligen Vorstandes mit dem
1.Vorsitzenden Ludwig Lambrecht an der Spitze, der mit seinen
Vorstandskollegen Friedrich Schneider, Adam Killmer, Hans Funk und
Hans Mähler den Fortbestand des Vereines sicherte. Mitte der 60er
Jahre war die Krise weitgehend überwunden. Ein junger Vorstand, mit
Ernst Knoth an der Spitze, übernahm 1965 die Leitung des Vereines.
Mit seinen Mitstreitern Horst Killmer, Gerhard Schumann und Hans
Mundszinger sorgte er für neue Impulse. Besonders der Sportbetrieb
wurde wieder aktiviert, durch Werbeveran-staltungen fanden wieder
neue Schüler und Jugendliche in den Verein und es ging sportlich
wieder bergauf. 1966 wurde, mit etwas Verspätung, das 60jährige
Jubiläum gefeiert. Aus diesem Anlass fanden mehrere Veranstaltungen
statt. Bei einem großen Kommersabend, an dem auch mehrere hessische
Meisterinnen und Meister aus Kassel und Marburg teilnahmen, konnten
auch unsere jungen Sportlerinnen und Sportler ihr Können erstmals
vor einem größeren Publikum zeigen. Dem langjährigen 1.Vorsitzenden
Ludwig Lambrecht wurde an diesem Abend für seine Verdienste um den
Radsport die silberne Ehrennadel des Hessischen Radfahrer Verbandes
überreicht. Außerdem richtete der RV Germania die
Bezirksmeisterschaften im Straßenrennen und einen Pokal-Wettkampf im
4er Reigenfahren aus.
Um den Zusammenhalt im Verein weiter zu fördern
wurden auch wieder Wanderfahrten durchgeführt, an denen sich alle
Mitglieder mit der ganzen Familie beteiligen konnten. Für
Abwechslung sorgte dabei ab 1966 die „Vereins-Bergmeisterschaft“,
die einmal im Jahr im Rahmen einer Wanderfahrt durchgeführt wurde.
An der 1.Bergmeisterschaft, die am 1. Mai 66 auf einer 3km langen
Strecke auf der Landstraße zwischen dem Forsthaus „Eichhorst“ und
der Höhe „Am Zollstock“ ausgefahren wurde, beteiligten sich 2o
Radler aller Altersgruppen. Erster Vereins-Bergmeister wurde Werner
Bloss vor Werner Götz und Ernst Knoth. Beachtlich war dabei die
Leistung des langjährigen Vorstandsmitgliedes Adam Killmer, der mit
seinen 58 Jahren den 4. Platz belegte. Auch die neue Generation
der Kunst- und Reigenfahrer hatte die Talsohle durchschritten und
der RV Germania Ronshausen wurde bei den Bezirksmeisterschaften 1966
in Hilmes mit vier Meistertiteln und zwei Vizemeistern wieder der
erfolgreichste Verein im Bezirk Fulda. Erste Plätze belegten
Waltraud Erler, Karin Knoth, Werner Bloß im Einer-Kunstfahren, sowie
der Vierer-Reigen in der Besetzung Bernd Busch, Werner Zilch,
Günther Wagner und Arno Heitkamp. Vizemeister wurden Bernd Busch und
Werner Götz im Einer-Kunstfahren. Dieser Spitzenplatz konnte auch in
den nächsten Jahren verteidigt werden. Im Oktober nahm der Verein
auch erstmals wieder an den hessischen Schülermeisterschaften im
Kunst- und Reigenfahren in Kassel teil und belegte im 4er
Gruppenfahren mit der gleichen Mannschaft den 1. Platz. 1968 nahm
der RV Germania erstmals an der Bundeswertung im Wanderfahren teil
und belegte dabei einen hervorragenden 8. Platz. Durch diese
Aktivitäten konnten auch neue Mitglieder gewonnen werden und 1969
wurde die Zahl von 70 Mitgliedern erstmals überschritten. Im
gleichen Jahr war der RV Germania auch Veranstalter der Ronshäuser
Kirmes und stellte mit Werner Götz, Rosi Fey, Dietmar Klingenhöfer,
Karin Knoth, Alfred Stein und Sieglinde Koch die Kirmesburschen- und
Kirmesmädchen. 1970 traten wesentliche Veränderungen für den RV
Germania ein. Der Radsport-Bezirk „Fulda-Landeck-Werratal“ wurde
aufgelöst und unser Verein trat mit den verbliebenen Vereinen des
ehemaligen Radfahrerbundes „Landeck-Werratal“ dem Radsport-Bezirk
Kassel bei, dem er auch heute noch angehört. Außerdem baute die
Gemeinde Ronshausen eine neue Schule, der auch eine Sporthalle
angegliedert war. Der Trainingsbetrieb, der bisher im Saal des
Vereinslokals „Zur Krone“ stattfand, wurde jetzt in die
Schulsporthalle verlegt. Durch diesen Umzug bekamen die Kunst-
und Reigenfahrer zwar eine größere Fahrfläche mit einem geeigneten
Bodenbelag, aber durch die starke Belegung durch andere Sport
treibende Vereine standen uns leider nur sehr beschränkte
Trainingszeiten zur Verfügung. Die sportliche Entwicklung wurde
dadurch stark beeinträchtigt.
Um den jungen heimischen Sportlern mehr Starts
unter Wettkampfbedingungen zu ermöglichen, wurde auf Initiative von
Sportwart Hans Mundszinger, ein neuer Pokal- Wettbewerb ins Leben
gerufen. Der RV Germania 05 Ronshausen führte am 3. Juli 1971, als
erste Veranstaltung in der neuen Schul-Sporthalle, den „Germania
Wanderpreis“ im Kunstfahren für Schüler und Jugendliche durch.
Bereits der 1. „Germania-Wanderpreis“ wurde ein voller Erfolg. In
drei Wettbewerben kämpften insgesamt 25 Mädchen und Jungen aus sechs
Vereinen um die vom Landrat des Kreises Rotenburg, der Gemeinde
Ronshausen und dem RV Germania gestifteten Wanderpokale, die von
Bürgermeister Konrad Knierim und Vorstandsmitglied Friedrich
Schneider an die Sieger übergeben wurden. In den folgenden Jahren
wurde der „Germania-Wanderpreis“ bis auf sieben Wettbewerbe
erweitert und wurde als „Dauerbrenner“ zum festen Bestandteil im
Jahresprogramm des Radsport-Bezirkes Kassel. Beim 15.
„Germania-Wanderpreis“, der am 15. September 1985 ausgefahren wurde,
waren rund 50 Fahrerinnen und Fahrer aus 8 nordhessischen Vereinen
am Start. Insgesamt wurden über 20 Veranstaltungen dieses
Wettbewerbes vom RV Germania 05 durchgeführt. Auch der
Mitgliederstand entwickelte sich positiv und erreichte 1971 erstmals
die Zahl von 80 Mitgliedern. Am 24.6.1973 wurden im Rahmen des 3.
„Germania-Wanderpreises“ zwei Mitglieder ausgezeichnet, die an
dieser erfreulichen Entwicklung einen großen Anteil hatten. Ludwig
Lambrecht, der rund 15 Jahre lang den Radfahrerverein als 1.
Vorsitzende geführt hatte, wurde zum Ehrenvorsitzenden und Friedrich
Schneider als langjähriges Vorstandsmitglied, zum Ehren-mitglied
ernannt. Die Urkunden wurden vom 1.Vorsitzenden Ernst Knoth
überreicht. 1974 war der RV Germania wiederum Ausrichter der
Ronshäuser Kirmes. Die von unserem Verein geplante Zeltkirmes
scheiterte aber am Widerstand der heimischen Gastwirte und somit
wurde wieder wie bisher in den Sälen „Zum Hessenkrug“ und „Zur
Krone“ gefeiert. Auf der Jahreshauptversammlung wurde auch die
Gründung einer Radballabteilung beschlossen, die Verwirklichung zog
sich aber aus Kostengründen noch Jahre hinaus.
Im Jahre 1975 wurde das 70jährige Bestehen des
Radfahrer Vereines gefeiert. In der Jahreshauptversammlung wurden
aus diesem Anlass einige Ehrungen ausgesprochen. Konrad Dippel,
Georg Ehmer, Adam Becker und Heinrich Killmer wurden zu
Ehrenmitgliedern ernannt. Für besondere Verdienste um den Verein
erhielt Ludwig Tann die erstmals vergebene Verdienstnadel in Gold.
Mit der Nadel in Silber wurden die langjährigen Vorstandsmitglieder
Gerhard Schumann und Ernst Knoth ausgezeichnet. Außerdem wurden für
dieses Jubiläumsjahr einige Veranstaltungen beschlossen. So wurden
bei der schon traditionellen Wanderfahrt am 1. Mai, an der sich 40
Sportfreunde beteiligten, auch die 10. Vereins-Bergmeisterschaft
ausgetragen. Auf der Strecke zum „Ziebachsrück“ siegte Roland Knoth
vor Klaus Möller und Wilfried Kleinerüschkamp. Zur Förderung des
Breitensportes hatte der Deutsche Sportbund die „Trimmspiele“ ins
Leben gerufen. Unter dem Motto „Trimm dich durch Radfahren“
beteiligte sich auch der Bund Deutscher Radfahrer an dieser Aktion.
Auch der RV Germania nutzte diese Trimmwelle zur Werbung für den
Radsport und veranstaltete im Rahmen des 70jährigen Bestehens unter
dem Titel „Quer durch den Seulingswald“ am 1. Juni 1975 das 1.
„Ronshäuser Volksradfahren“. Diese Veranstaltung, an der Jedermann,
unabhängig von einer Vereinszugehörigkeit, teilnehmen konnte, war
die erste dieser Art im Kreis Hersfeld-Rotenburg und war mit 200
Teilnehmern ein großer Erfolg. Das Volksradfahren wurde zur
Tradition und fand über viele Jahre hinweg am Fronleichnamtag statt.
Auch der „Germania Wanderpreis“ wurde im Jubiläumsjahr zum 5.
Male ausgefahren und war mit über 30 Teilnehmern aus sechs Vereinen
bereits gut etabliert. Den Abschluss der Festveranstaltungen
bildete ein großer Kommersabend im Gasthaus „Zur Krone“, der wegen
Renovierung des Saales erst am 21. Februar 1976 stattfinden konnte.
Im Verlaufe des Abends zeigte Hans Mundszinger einen Film, den er
bei allen Veranstaltungen übers ganze Jahr gedreht hatte. Der Verein
ehrte auch verdiente und langjährige Mitglieder. Die goldene Nadel
überreichte der 1. Vorsitzende Ernst Knoth an Ludwig Tann, Heinrich
Becker, Friedrich Schneider, Ludwig Lambrecht und Konrad Dippel, die
Nadel in Silber erhielten Horst Killmer, Konrad Fey, Karl Funk, Karl
Meister, Hans Funk, Hans Mähler und Georg Ehmer. Der Vorsitzende des
Sportkreises 23 Rotenburg, Fritz Buchenau überreichte die silberne
Verdienstnadel des Sportkreises an Vorsitzenden Ernst Knoth und an
Sportwart Hans Mundszinger.
1976 wurde in einer außerordentlichen
Mitgliederversammlung eine Änderung der Vereissatzung beschlossen,
um den starken Veränderungen seit der Gründung vor über 70 Jahren
Rechnung zu tragen und um die Voraussetzungen für die Eintragung ins
Vereinsregister zu schaffen. Beim Wintervergnügen im Februar 1977
konnte mit Hans Knuthas das 100. Mitglied begrüßt werden, ihm wurde
vom Vorsitzenden Ernst Knoth ein Blumengebinde überreicht. Ein
weiterer Höhepunkt in diesem Jahr war die Busfahrt zu unserer
französischen Partnerstadt Genas vom 7. bis 10. Oktober. Unsere
Kunstradfahrer, verstärkt durch Gudrun Lorenz vom RSC Weimar,
dritter Platz bei den deutschen Meisterschaften im 1er Kunstfahren,
wurden begeistert gefeiert. Anlässlich des Wintervergnügens 1978
wurden die Sportkameraden Ernst Knoth, Horst Killmer, Alfred Möller,
Kaspar Knoth, Paul Funk, Hans Mundszinger, Heinrich Funk, Herbert
Zilch, Jakob Dippel und Georg Lambrecht, für 25jährige
Mitgliedschaft mit der silbernen Vereinsnadel ausgezeichnet.
Erstmals wurden in diesem Jahr eigene Vereinsmeisterschaften im
Kunstfahren ausgetragen, an denen 18 Sportlerinnen und Sportler
teilnahmen. Zur weiteren Förderung der Jugendarbeit veranstaltete
der Verein im Sommer ein Zeltlager-Wochenende bei den „Eselsdellen“
im Wildecker Forst, an dem rund 30 Jugendliche und Betreuer
teilnahmen. Mit dem 1. Geschicklichkeitsfahren am 21. Oktober
1979 führte der RV Germania einen neuartigen Wettbewerb ein. Mit
dieser Veranstaltung wollte der Verein einen Beitrag zur sicheren
Teilnahme der Schüler und Jugendlichen am Straßenverkehr leisten und
gleichzeitig den Radsport einem noch größeren Personenkreis näher
bringen. Rund 30 Jungen und Mädchen nahmen das Angebot an und
stellten ihr fahrerisches Können auf einem, von Vereinsmitgliedern
selbst gebauten Parcours, unter Beweis.
Das Jahr 1980 stand ganz im Zeichen des 75jährigen
Vereins-Jubiläum und wurde mit einer ganzen Reihe von
Veranstaltungen begangen. Bereits am 12. Januar fand die
3.Vereinsmeisterschaft im Kunstradfahren statt, an der 13 Mädchen
und Jungen teilnahmen Schon am 27. Januar richtete der RV Germania
die Kreismeisterschaften im Kunstradfahren aus. Am 1. Mai wurde im
Rahmen einer Wanderfahrt die 15. „Vereins-Bergmeisterschaft“
ausgetragen. Am 5. Juni stand das 6. „Ronshäuser Volksradfahren“ auf
dem Programm und schon am 8. Juni ging der 10. „Germania
Wanderpreis“ über die Bühne, bei dem 54 Jungen und Mädchen am Start
waren. Den Abschluss des ereignisreichen Jahres bildete am 7.
September das 2. „Geschicklichkeits-Turnier“. Der absolute
Höhepunkt des Jahres war aber das große Jubiläumsfest, das über die
Pfingstfeiertage vom 23. bis 26. Mai im großen Festzelt auf dem
Kirmesplatz in der Aue gefeiert wurde. Es begann am Freitag mit
einem großen Tiroler Abend, der von einem Musik- und Tanzensemble
aus Kufstein gestaltet wurde. Am Samstag folgte dann ein großer
Jubiläumskommers mit vielen Ehrengästen aus Vereinen, Sportverbänden
und Politik. Für ihre Verdienste um den Radsport wurden einige
Mitglieder mit Ehrennadeln in Bronze, Silber und Gold vom Sportkreis
Hersfeld-Rotenburg, sowie vom Bund Deutscher Radfahrer
ausgezeichnet. Für hervorragende Jugendarbeit wurde dem
Jubiläumsverein die silberne Plakette des Landessportbundes Hessen
verliehen. Der Sonntag begann mit einem Festgottesdienst in der
Kirche, am Nachmittag bewegte sich ein bunter Festzug durch den
Luftkurort und am Abend spielten die Boleros zum Tanz auf. Die
Jubiläumsveranstaltung klang dann am Pfingstmontag mit einem
musikalischen Frühschoppen und einem Langsamfahr-Wettbewerb für die
örtlichen Vereine, sowie einem letzten Tanzabend aus. Im
Jubiläumsjahr gehörten dem Vorstand folgende Mitglieder an: Ernst
Knoth (1.Vorsizende) Rolf Werner (2.Vorsitzende) Gerhard Schumann
(Kassenwart) Horst Killmer (Schriftführer), Hans Mundszinger
(Obersportwart), Hildegard Werner (Frauenwartin), die Fachwarte und
Übungsleiter Alfred Möller, Herbert Möller, Rolf Werner, Hildegard
Werner, Bernd Busch und Horst Noll, sowie Ursula Möller und Heinz
Gießler als Beisitzer.
Auf der Jahreshauptversammlung im Februar 1981
konnte der 1.Vorsit-zende Ernst Knoth mit 135 Mitgliedern einen
neuen Mitgliederrekord bekannt geben. Bei der Vorrunde Nord in
Kassel, konnten sich erstmals seit längerer Zeit wieder
Sportlerinnen des RV Germania zur Hessenmeisterschaft qualifizieren.
Tanja Schicht und Tatjana Fuchs belegten im Zweier-Kunstfahren der
Schülerinnen den 2.Platz und durften dadurch in Wiesbaden starten,
wo sie einen guten sechsten Platz belegten. 1981 bewarben sich auch
erstmals Vereinsmitglieder um das „Deutsche Radsportabzeichen“ und
erfüllten die Bedingungen im Schnellfahren, Kontrollfahren und
Wanderfahren. Die Nadeln und Urkunden wurden anlässlich des
Wintervergnügens überreicht. Das Radsportabzeichen in Silber erhielt
Bernd Busch, mit Gold wurden Elfriede Gießler, Heinz Gießler,
Wilhelm Trieselmann, Hans Mundszinger und Reinhard Schicht
ausgezeichnet. Das Jugend-Leistungsabzeichen des BDR in Bronze
erhielten Elke Noll, Tatjana Fuchs, Tanja Schicht, Jutta Ernst und
Carsten Gießler.
Bisher wurden die Picknicks und Grillfeste bei den
Vereinswanderfahrten entweder im Freien oder an öffentlichen
Schutzhütten durchgeführt, was meistens mit Schwierigkeiten
verbunden war. Entweder spielte das Wetter nicht mit, oder es gab
Ärger mit den zuständigen Behörden. Dieses Problem konnte jetzt
gelöst werden. Das Vereinsmitglied Hans Ernst stellte dem Verein
kostenlos eine, in Ortsnähe gelegene, Weide mit einer ungenutzten
Viehhütte auf Dauer zur Verfügung. In Eigenleistung der Mitglieder
wurde dieses Grundstück teilweise eingeebnet, eingezäunt und mit
Bäumen und Sträuchern bepflanzt und so zur „Freizeitanlage im
Nöstenbach“ umgestaltet. Die Hütte wurde mit einem Holzfußboden
versehen und innen mit Profilbrettern ausgekleidet und somit in
einen wohnlichen Zustand versetzt. Später kam noch ein Zelt hinzu,
das bei Bedarf zusätzlich aufgestellt werden konnte. Damit war der
Verein für Veranstaltungen im Freien gut gerüstet und von Wetter und
Gaststätten unabhängiger geworden. In den nächsten Jahren wurden in
dieser „Freizeitanlage im Nöstenbach“ viele fröhliche Feste
gefeiert. Durch die Bewirtung in eigener Regie, konnten trotz
volkstümlicher Preise auch einige Überschüsse erwirtschaftet werden,
die der Jugendarbeit des Vereines zugute kamen. 1982 wurde
endlich auch der Beschluss zur Gründung einer Radballabteilung
verwirklicht. Etwa zehn Jugendliche nahmen, unter der Leitung von
Radballfachwart Rolf Werner, das Training auf. Aus finanziellen
Gründen musste zunächst auf gebrauchten Radball-Maschinen trainiert
werden, die von einem Kasseler Verein erworben worden waren.
Radballtore und Banden zur Spielfeldbegrenzung hatten einige
Mitglieder, mit Unterstützung der Firma Niebuhr, in Eigenleistung
angefertigt. Auch der Rennsport wurde wieder aktiviert, leider blieb
aber mit Carsten Gießler nur ein Jugendlicher bei der Stange, dieser
vertrat aber die Farben des RV Germania 05, unter der Regie des
Fachwartes für Rennsport Heinz Gießler, über viele Jahre erfolgreich
bei Straßenrennen auf Bezirks- und Landesebene. Obwohl die
Kunstradfahrer sich die verfügbare Trainingszeit jetzt mit den
Radballern teilen mussten, konnten sie ihre Spitzenstellung im Kreis
behaupten und holten bei den Kreismeisterschaften 1983 in Bad
Hersfeld vier Meistertitel nach Ronshausen. Auch die neue
Radballabteilung entwickelte sich gut und nahm in der Spielzeit
83/84 erstmals mit einer Mannschaft am Spielbetrieb der Bezirksliga
B teil. Die Mannschaft spielte mit Ralf Möller und Dirk Sandrock,
als Ersatzspieler kamen auch Klaus Möller, Peter Wlodarczak und
Alexander Möller zum Einsatz.
An den Vereinsmeisterschaften 1984 nahmen neben den
Kunstradfahrern erstmals auch vier Radballmannschaften teil. Im
gleichen Jahr wurde das Ronshäuser Volksradfahren bereits zum 10.
male durchgeführt. Nach einer Unterbrechung von 18 Jahren,
veranstaltete der RV Germania 05 Ronshausen am 24.Juni 1984 erstmals
auch wieder ein Straßenrennen. Unter dem Motto „Rund um die Au“
nahmen über 100 Rennfahrer aus dem Bezirk Kassel an dem
Rundstrecken-Rennen teil. In der Spielzeit 84/85 nahm der RV
Germania bereits mit drei Mannschaften am Spielbetrieb der
Bezirksliga Kassel teil. Ermöglicht wurde diese positive
Entwicklung, nachdem der Verein tief in die Tasche gegriffen und
neue Radballräder gekauft hatte. Im Jahre1985 feierte der RV
Germania o5 Ronshausen sein 80jähriges Bestehen. Es war ein sehr
ereignisreiches Jahr. Bereits im Januar wurde auf der
Jahreshauptversammlung Reinhard Schicht zum neuen 1. Vorsitzenden
gewählt, da sich Ernst Knoth nach 20 Jahren an der Spitze des
Vereines nicht mehr zur Wahl gestellt hatte. Vom 1. bis 3. Mai fand
eine Busfahrt ins Zillertal statt. Das Jubiläum wurde dann im
September mit einer Veranstal-tungsreihe begangen, an der alle
Abteilungen des Vereins beteiligt waren. Es begann am 1. September
mit dem 2. Straßenrennen „Rund um die Au“, an dem rund 100
Rennfahrer aus ganz Nordhessen teilnahmen und Carsten Gießler vom RV
Germania den 5. Platz bei den Junioren belegte. Am nächsten
Wochenende stand dann der Breitensport im Vordergrund. Am Samstag
und Sonntag veranstaltete der RV Germania ein
„Geschicklich-keitsfahren“, an dem die Ortsvereine und jeder als
Einzelstarter teilnehmen konnten. Außerdem fand am Sonntag noch das
11. „Ronshäuser Volksradfahren“ statt. Bereits eine Woche später, am
14. war die Radballabteilung mit dem 1. Radballturnier um den
„Kehlberg-Pokal“, an dem acht Mannschaften teilnahmen, an der Reihe.
Den Abschluss machten dann am 15. September die Kunstradfahrer mit
dem 15. „Germania Wanderpokal“. Dem Vorstand gehörten im
Jubiläumsjahr 1985 folgende Mitglieder an: Reinhard Schicht
(1.Vorsitzende), Rolf Werner (2.Vorsitzende), Karl Noll
(Kassenwart), Gerhard Noll (Schriftführer), Hans Mundszinger
(Sport-und Pressewart), Gerlinde Schicht (Frauenwartin), sowie die
Fachwarte: Bernd Busch (Kunstradfahren), Rolf Werner (Radball),
Heinz Gießler (Rennsport), Herbert Möller (Radtouristik) und Hans
Götz (Radwandern).
Auf der Jahreshauptversammlung 1986 wurde eine erneute Änderung
der Satzung beschlossen, um endgültig die Eintragung in das
Vereinsregister zu ermöglichen. Außerdem wurden Ursula Möller und
Bernd Busch mit der silbernen Verdienstnadel ausgezeichnet und Hans
Mähler zum Ehrenmitglied ernannt. Hans Mähler gehörte lange Jahre
dem Vorstand an und war einer der Männer, denen der Radfahrer Verein
die Wiedergründung nach dem Kriege und das Überleben in der
schwierigen Nachkriegszeit zu verdanken hat. Beim
Wintervergnügen 86 wurden Ernst Knoth und Hans Mundszinger für ihre
über 20jährige Vorstandstätikeit mit einem Zinnteller geehrt. Im
Oktober unternahm der RV Germania eine viertägige Busfahrt in die
alte Reichshauptstadt Berlin. Höhepunkt war der Besuch des 82.
„Berliner Sechstagerennen“ in der Deutschlandhalle. Die
Radballabteilung nahm in der Spielzeit 85/86 mit drei Mannschaften
am Spielbetrieb teil. Beim 2. „Kehlberg-Pokal“ konnte die Mannschaft
Ronshausen I den 3.Platz erringen. Im Dezember 1986 erfolgte die
Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Rotenburg. Der
Verein erlangte damit gleichzeitig die Gemeinnützigkeit und nannte
sich jetzt „RV Germania 1905 Ronshausen e.V“. Auch in der
Spielzeit 86/87 nahmen wieder drei Radballmannschaften am
Spielbetrieb der Bezirksliga B3 teil. Die 1. Mannschaft belegte auch
hier den 3. Rang. Den 2. Platz, und damit die Teilnahme an der
Aufstiegsrunde, verpasste sie am letzten Spieltag in Ronshausen
durch eine 4:5 Niederlage im letzten Spiel gegen den direkten
Konkurrenten Bad Hersfeld. Im Oktober 87 fand wieder ein
Straßenrennen in Ronshausen statt. Der RV Germania richtete auf
einer Rundstrecke mit Start und Ziel „Am Mühlgraben“ das
Abschlussrennen des Bezirkes Kassel aus.
Das Jahr 1988 begann mit einem sportlichen Höhepunkt. Am 17.
Januar fand in Ronshausen erstmals ein „Querfeldein-Radrennen“
statt. Der RV Germania 05 richtete auf einer Strecke im Marbachtal
die Bezirksmeister-schaften des Bezirkes Kassel aus. Vom RV Germania
nahm Carsten Gießler an dem Rennen teil und belegte einen guten 7.
Platz. Am 5. Juni fand der bundesweite „Tag des Radfahrens“ statt,
den in diesem Jahr der RV Germania für den Radsport-Kreis
Hersfeld-Rotenburg ausrichtete. Auf dem Programm stand eine
Sternfahrt aller Vereine nach Ronshausen, die Kreismeisterschaften
im Radball und Radpolo, sowie das 14. „Ronshäuser Volksradfahren“,
an dem 110 Radler teilnahmen, unter ihnen das langjährige
Vorstandsmitglied Friedrich Schneider, der mit 80 Jahren als
ältester Teilnehmer geehrt wurde. Im Radball wurde die 1. Mannschaft
ungeschlagen Gruppensieger der Vorrunde, vor Albungen, Nordshausen,
Hoof und Bad Hersfeld und qualifizierte sich damit zur
Bezirkspokal-Endrunde. Auch traurige Anlässe musste der
Radfahrer Verein zur Kenntnis nehmen, so den plötzlichen Tod des
langjährigen 1.Vorszteneden Ernst Knoth, der am 17. Mai im Alter von
51 Jahren verstarb. In der Jahreshauptversammlung 1989 wurde die
Beschaffung neuer Räder für Kunstfahren und Radball beschlossen,
wobei der Verein auf Zuschüsse aus Sportfördermitteln hofft. Da das
alte Vereinsbanner stark zerschlissen, und nach Auskunft einiger
Fachfirmen nicht mehr zu restaurieren sei, beschlossen die
Mitglieder einstimmig die Anschaffung eines neuen Banners. In einer
spontanen Spendenaktion wurden von den anwesenden Mitgliedern
sogleich mehrere Hundert Mark für diesen Zweck gespendet. Neben den
alljährlichen Veranstaltungen, wie „Germania-Wanderpokal“ und
„Kehlberg-Pokal“, richtete der RV Germania im gleichen Jahr auch die
Kreismeisterschaften im Kunstradfahren und das
Bezirksabschlussrennen der Straßenfahrer aus. Auf der
Jahreshauptversammlung 1990 wurde das restaurierte Vereins-Banner
vorgestellt. Die bereits beschlossene Neuanschaffung war hinfällig
geworden, da entgegen den zunächst anders lautenden Auskünften, doch
noch eine Instandsetzung möglich war. Auch wurde bekannt gegeben,
dass die Fachwartin für Kunstradfahren Elke Noll, ihre
Trainerausbildung erfolgreich abgeschlossen hat und jetzt im Besitz
der C-Trainer Lizenz des HRV ist. Dadurch kann der Verein wieder in
den Genuss von Zuschüssen für Übungsleiter kommen. Im Jahr 1990
unternahm der RV Germania wieder eine Busfahrt, sie wurde von Horst
Killmer organisiert und führte vom 18. bis 20. Mai in den Bayrischen
Wald. Auch an der Durchführung der Ronshäuser Kirmes war unser
Verein beteiligt, die er zusammen mit dem Jugendclub, dem
Männergesangverein 1893 und dem Obst- und Gartenbauverein
hervorragend ausrichtete.
Das herausragende Ereignis des Jahres 1990 aus sportlicher Sicht,
war die Hessenmeisterschaft im Querfeldein-Radrennen, die der RV
Germania am 9. Dezember ausrichtete. Bei frostigen Temperaturen
gingen rund 50 Fahrer aus ganz Hessen an den Start, unter ihnen auch
Carsten Gießler vom RV Germania. Sie wurden auf der sehr
anspruchsvollen und schwierigen Strecke im Marbachtal von etwa 250
begeisterten Zuschauern angefeuert. Es war die erste und bislang
einzige Hessenmeisterschaft die der Verein ausrichtete. Am 3. 2.
91 richtete der Verein die Kreismeisterschaften im Kunstradfaren
aus. Nach den rückläufigen Beteili-gungen fand in diesem Jahr kein
Volksradfahren mehr statt, es wurde durch ein Wanderfahren für
Jedermann ersetzt, dem aber auch nur ein mäßiger Erfolg beschieden
war. Außer an den üblichen Sportereignissen des Jahres, war der RV
Germania auch an der Durchführung des Dorffestes beteiligt. Ein
Ereignis von besonderer Art war die Busfahrt in unsere französische
Partnerstadt Genas, die an Pfingsten 1991 stattfand. Wir wurden von
den dortigen Radsportfreunden hervorragend aufgenommen und
verbrachten mit ihnen zusammen ein paar unvergessliche Tage. Leider
hatten wir aber bei der gemeinsamen Rad-Wanderfahrt durch Stürze
drei Verletzte zu beklagen, die wohl durch die ungewohnten, fremden
Räder verursacht wurden. Das Jahr 1992 war für die
Radballabteilung recht erfolgreich. Beim 8. „Kehlberg-Pokal“ belegte
der RV Germania den 3. Platz und errang den Fairness-Pokal. Auch in
der Bezirksliga belegte die 1. Mannschaft einen vorderen Platz. Für
die An- und Abreise zu den 12 Spieltagen mussten 1.468 Kilometer
zurückgelegt werden. Auch die Abteilung Kunstradfaren nahm an sechs
Wettbewerben auf Kreis- und Bezirksebene erfolgreich teil.
Ähnlich verlief in sportlicher Sicht auch das Jahr 1993, in dem,
außer dem normalen Sportbetrieb, keine besonderen Ereignisse zu
vermelden waren. Es gab jedoch eine ganze Reihe von Ehrungen. So
wurden 16 Mitglieder für 25 jährige und 12 Mitglieder für 40 jährige
Mitgliedschaft geehrt. Fritz Schneider, Ludwig Lambrecht und
Heinrich Becker wurden für über 60 Jahre Mitgliedschaft mit einem
Ehrenteller ausgezeichnet. Etwas mehr Aktivitäten waren 1994
angesagt. Neben den üblichen Veranstaltungen richtete unser Verein
die Kreissternfahrt und die Kreismeisterschaften im Radball aus und
beteiligte sich wieder am Dorffest. Als besonderen Höhepunkt ist der
Gegenbesuch der Radsportfreunde aus unserer französischen
Partnerstadt Genas zu erwähnen, der an Pfingsten stattfand. Einige
Sportfreunde hatten sogar die 900 km mit dem Fahrrad zurückgelegt
und wurden bereits in Weiterode von einer Abordnung des RV Germania
05 erwartet und nach Ronshausen geleitet, wo am Haus des Gastes ein
großer Empfang durch Bürgermeister und Gemeindevorstand, sowie dem
Radfahrer Verein stattfand. Nach einem gemeinsamen Galaabend im Haus
des Gastes fand am nächsten Tag ein gemütliches Zusammensein an
unserer Freizeitanlage im „Nöstenbach“ statt.
Die zweite Hälfte der 90ger Jahre war durch sinkende Beteiligung
bei allen sportlichen und geselligen Aktivitäten gekennzeichnet. Im
Bereich Kunstradfahren konnten die Abgänge von Sportlern zwar durch
Neuzugänge in etwa ausgeglichen werden, so dass die Zahl der Aktiven
zwar stark schwankte, im Schnitt aber fast konstant blieb. Wie bei
allen Vereinen, machte sich aber auch beim Radfahrer Verein eine
gewisse Vereinsmüdigkeit der jüngeren Generation bemerkbar, so
gingen leider die meisten Jugendlichen nach ihrer aktiven Zeit dem
Verein wieder verloren so dass eine spürbare Überalterung in der
Vereinsstruktur eintrat. Noch schlechter ist die Situation in
der Radballabteilung, sie hat seit Jahren mit großen
Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Dies führte dazu, dass der
Spielbetrieb zeitweise ganz eingestellt werden musste. Nur der
Sportbegeisterung einiger älterer Spieler ist es zu verdanken, dass
der Spielbetrieb wieder aufgenommen und mit beachtlichem Erfolg
weitergeführt werden konnte. Der Straßen-Rennsport ist ganz zum
Erliegen gekommen, ein Grund dafür ist wohl auch die Gefährdung
durch die starke Zunahme des Verkehrs, die ein Training auf
öffentlichen Straßen kaum noch zulässt. Das Querfeldein-Rennen wurde
inzwischen durch Mountainbike und Cross-Rennen fast ganz verdrängt.
Um diesem Trend gerecht zu werden, entstand auch beim RV Germania um
die Jahrtausendwende eine Mountainbike-Gruppe und mit dem
Cross-Country-Event „Waldhessen Pur“ veranstaltete der RV Germania
jedes Jahr ein größeres Rennen, an dem im Schnitt rund 100 Fahrer
aus ganz Nordhessen teilgenommen haben.
Der Mangel an jüngeren Mitgliedern und die Tatsache, dass junge
Menschen in unserer Region keine qualifizierten Arbeitsstellen
finden, führt auch zwangsläufig zu Schwierigkeiten bei der Besetzung
von Vorstands-posten. So war es nicht leicht einen neuen
Vorsitzenden zu finden, als sich Reinhardt Schicht 1998, nach 12
Jahren im Amt, nicht mehr zur Wahl stellte. Roland Knoth stellte
sich schließlich zur Verfügung, trat aber schon im Jahre
2000 wieder zurück. Rolf Werner führte als 2.Vorsitzende die
Geschäfte weiter, bis auf der Jahreshauptversammlung am 14.1.2001
ein neuer Vorstand, mit Matthias Wunn an der Spitze gewählt werden
konnte. Die Mitgliederzahl ist in den letzten Jahren leider
etwas zurückgegangen und liegt derzeit bei etwa 100 Mitgliedern. Im
sportlichen Bereich sind in den letzten Jahren keine großen
Änderungen eingetreten. Obwohl im Radball immer noch Nachwuchsmangel
herrscht, kann im Jahre 2004 über eine positive Überraschung
berichtet werden. Die 2002 reaktivierte Senioren-Mannschaft mit Ralf
und Klaus Möller belegte in der Saison 2003/2004 den 2. Platz in der
Kreisliga und ist damit in die Bezirksliga Kassel aufgestiegen. Auch
bei den Bezirks-Pokal-Wettkämpfen in Kassel waren die Brüder Möller
erfolgreich und gewannen den Bezirkspokal der Kreisklasse vor
Heiligenrode und Albungen. Die Kreismeisterschaften im Radball
wurden ebenfalls vom RV Germania 05 ausgerichtet. Leider musste das
Radballturnier um den „Kehlberg-Pokal“ kurzfristig abgesagt werden,
da unser Sportkamerad und Ehrenmitglied Konrad Fey am Morgen bei den
Vorbereitungen zu diesem Turnier in der Turnhalle einem plötzlichen
Herztod erlag. Auch bei den Kunstradfahrern verlief die Saison
recht erfolgreich. An den abschließenden Vereinsmeisterschaften am
11. Dezember nahmen unter der Leitung von Fachwartin Ilona Arnes 10
Sportlerinnen teil, den Gesamtsieg konnte Alina Wellner vor Johanna
Möller und Martina Knierim erringen.
Der Vorstand setzt sich im Jubiläumsjahr wie
folgt zusammen:
1. Vorsitzende: Matthias Wunn 2. Vorsitzende und Schriftführer:
Klaus Möller Hauptkassiererin: Tatjana Möller 2. Kassierer: Ralf
Möller Sportwart: Reinhard Schicht Jugendwartin und Fachwart
Kunstradfahren: Ilona Arnes Fachwart Radball: Rolf Werner
Fachwart Wanderfahren: Hans Mundszinger Pressewart: Heinz Gießler
Seniorenbeirat: Jakob Dippel und Gerhard Noll
In seiner
100jährigen Geschichte wurden die Geschicke des Radfahrer Vereins
Germania 05 Ronshausen e.V. von folgenden Vorsitzenden
geleitet: Andreas Mausehund Gebhard Funk Ch. H. Funk
Heinrich Schumann Peter Zilch Peter Möller Ludwig
Lambrecht 1950 bis 1965 mit zwei Unterbrechungen durch Adam
Killmer 1959 und Horst Killmer 1960 Ernst Knoth 1965 bis
1985 Reinhard Schicht 1985 bis 1998 Roland Knoth 1998 bis
2000 Matthias Wunn ab 2001
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